Neues
Royal GMF-Gouda führt Abblasdampfkondensationssystem
für Dampfschäler ein


Der emissionslose und energiesparende Steam Peeler E-Condenser bietet eine Vielzahl von wirtschaftlichen Vorteilen

Wer die Entwicklungen in der Kartoffel- und Gemüseverarbeitenden Industrie verfolgt, wird schnell merken, dass immer höhere Anforderungen an die Apparaturen gestellt werden. Nicht nur auf technischem Gebiet, sondern auch vom Umweltschutz her wird immer mehr verlangt. Effizienter Einsatz von Energie und ein emissionsloser Betrieb sind dabei wichtige Themen. Themen, die auch bei der neuesten Entwicklung von Royal GMF-Gouda eine Rolle spielen: Der Steam Peeler E-Condenser. Dieses Abblaskondensiersystem für Dampfschäler kombiniert eine energiesparende und emissionslose Arbeitsweise mit einem äußerst wirtschaftlichen Betriebsprozess. Der erste E-Condenser wird in Kürze bei einer Niederlassung eines großen niederländischen Pommes-Frites-Produzenten in Deutschland in Betrieb genommen.

Der E-Condenser (Patent anhängig) ist eine Entwicklung, die in enger Zusammenarbeit mit Solutherm zustande kam. Solutherm ist ein Ingenieurbüro, das sich vor allem mit der thermischen Prozessoptimierung u.a. in der Lebensmittelindustrie beschäftigt. Bei dieser Entwicklung wurde eine breitest mögliche Verwendung ins Auge gefasst. Der E-Condenser ist daher nicht nur an Dampfschälern von Royal GMF-Gouda, sondern auch bei Dampfschälern anderer Hersteller einsetzbar. Der Kondenser ist zu Inspektions- und Reinigungszwecken frei zugänglich und relativ kompakt ausgeführt, womit ein Einbau in fast jede Umgebung möglich ist.



Schällinien für Kartoffel und Gemüse
Weltweit sind Hunderte von Dampfschälern von Royal GMF-Gouda in Gebrauch. Die Dampfschäler sind Teil einer Schällinie, in denen große Mengen Kartoffel und Gemüse geschält werden. Das Produkt wird dabei in den Dampfschäler gefüllt. Anschließend wird Sattdampf mit einem Druck von max. 16 bar in den geschlossenen Dampfschäler geblasen. Die Kondensationswärme des Dampfes erhitzt die Feuchtigkeit in der Zellstruktur in den Schichten direkt unter der Schale auf eine Temperatur von über 100 °C. Wenn nach kurzer Einwirkungszeit der Druck im Prozessraum schnell entspannt wird, fängt die Feuchtigkeit unter der Schale an zu verdampfen (flashen), wodurch die Schale sich vom Produkt löst.

Bis vor kurzem wurde der Dampf über einen Entspannungshälter nach außen abgeblasen. Dabei geht nicht nur viel Energie verloren, sondern entstand auch Lärm- und Geruchsbelästigung, die vor allem in nahe gelegenen Wohngebieten problematisch sein kann. Der E-Condenser löst dieses Problem.

Nutzung der thermischen Energie
Der E-Condenser ist eine Ergänzung der Schällinie und hat Maße, die nicht viel größer als die eines Entspannungsbehälters sind. Der Entspannungsbehälter fungiert weiterhin als Zyklon, worin eventuell mitgeführter Schmutz aus dem Dampfschäler abgeschieden wird. Die kompakte Ausführung ermöglicht es, den Kondenser direkt neben dem bestehenden Entspannungsbehälter zu montieren. Dieser wurde gleichzeitig mit der Einführung des E-Condenser in einigen Punkten optimiert.

Der E-Condenser besteht aus einem Behälter mit einem Durchmesser von rund 2400 mm, in dem eine Kassette mit Edelstahlplatten untergebracht ist. Die Platten haben eine bestimmte Dicke und Abstand von einander, um einen freien Durchgang des Dampfes zu gewährleisten. Im oberen Teil befinden sich Sprüher, die ständig relativ kaltes Wasser über die Edelstahlplatten sprühen. Wenn der Abblasdampf des Dampfschälers an der Unterseite in den E-Condenser eingeblasen wird, kondensiert er auf der relativ kalten Oberfläche der Platten. Die RVS-Platten werden dadurch wärmer. Diese Platten geben die gespeicherte Wärme dann an das Wasser ab und bringen auf diese Weise die Wassertemperatur auf rund 80 °C. Das warme Wasser kann für verschiedene Zwecke verwendet werden. Dabei kann an das Vorkochen von Produkten oder das Vorwärmen des Kesselwassers gedacht werden. Das warme Wasser kann natürlich auch für Reinigungszwecke gespeichert werden.

Emissionslose Arbeitsweise
Der E-Condenser ist als geschlossenes System ausgeführt, wodurch die gesamte Energie des abgeblasenen Dampfes erhalten bleibt. Um neben Energieeinsparungen auch einen emissionsfreien Betrieb garantieren zu können, erfolgt der Abblaskondensierungsprozess in einem Vakuum. Mit Hilfe einer Vakuumpumpe wird ein Unterdruck im System erzeugt. Mittels dieser Vakuumpumpe wird der restliche, nicht kondensierte Dampf ausgeleitet. Mit dieser Restwärme wird über einen Plattenwärmetauscher, der Teil des E-Condenser ist, kaltes Wasser vorerwärmt.

Beträchtliche Einsparungen
Vor kurzem wurde mit dem Bau des ersten E-Condenser für die deutsche Niederlassung eines niederländischen Pommes-Frites-Produzenten begonnen. Für diese Fabrik, die in der Nähe von bewohntem Gebiet liegt, war der emissionslose Betrieb ein wichtiges Argument dafür, die Dampfschällinie um einen E-Condenser zu erweitern. Darüber hinaus sorgt das System für beträchtliche Einsparungen. Nicht weniger als 65% der Energie, die dem Dampfschäler zugeführt wird, kann mit dem Abblaskondensiersystem zurückgewonnen werden. Der Amortisationszeitraum, der im Durchschnitt zwischen 1 und 3 Jahren liegt, beträgt bei diesem Pommes-Frites-Produzenten ungefähr 1,3 Jahre.

Der E-Condenser passt damit zu den Bemühungen der nationalen Regierungen und der EU, bis zum Jahre 2020 eine Senkung des Energieverbrauchs um 20% zu erreichen. Die niederländische Kartoffel- und Gemüseverarbeitende Industrie strebt eine Energieeinsparung von 30% in den nächsten 20 Jahren an. Der E-Condenser leistet hierzu einen Beitrag. Die Menge Restwärme, die mit dem Abblaskondensiersystem zurückgewonnen werden kann, variiert von 300 bis 700 kW pro Dampfschäler, abhängig von der Größe des Schälbehälters, dem Dampfdruck, der Produktgröße und der Dampfzeit. Die jährlichen Einsparungen von Erdgas variieren damit von 250.000 bis 500.000 m3 pro Dampfschäler (auf der Basis von 7000 Betriebsstunden pro Jahr).